HSM - HILF SELBST MIT

Interessensgemeinschaft
für behinderte, chronisch
kranke und alte Menschen
 

Einleitung zu einem Workshop zum Thema "Unabhängiges Leben in unserer Gesellschaft" im Wr. AKH, Institut für Biomedizinische Technik:

In der europäischen Gesellschaft steigt die Zahl der "elderly People" kontinuierlich an. Durch die Fortschritte in der Medizin und den wesentlich verbesserten Lebensbedingungen ist die durch­schnittliche Lebenserwartung innerhalb der letzten beiden Jahrzehnte deutlich gestiegen und wird nach den Prognosen der Experten auch weiterhin ansteigen.

Die erhöhte Lebenserwartung hat jedoch zur Folge, daß eine stetig wachsende Zahl von älteren Menschen, ohne zusätzlicher Hilfe, den Alltag im eigenen Lebens- und Wohnbereich nicht mehr selbstän­dig bewältigen können. Dies führt dazu, daß die durch das Alter bedingten "special needs", die ein selbständiges Leben erlauben, zum überwiegenden Teil nur durch öf­fentliche Einrichtungen (Pflege­heimen, Senio­renheimen und Altersheimen) kompensiert werden können. Unsere Gesellschaft wird kaum diesen steigenden Bedarf an Spezialeinrichtungen aus dem sozialen Budget finanzieren können und nur ein geringer Teil der Bedürftigen wird die erfor­derlichen exorbitanten Pflege- und Aufenthaltskosten selbst tragen können.

Der Workshop "IL-Independent Living" zielt darauf ab Möglichkeiten zu definieren, um die Zahl jener älteren Menschen, die auf­grund ihrer gesundheitlichen Situation in ihrem gewohnten Lebensraum nicht mehr zurecht kommen und dadurch in Heime oder Pflegestellen übersiedeln müssen, deutlich zu reduzieren. Desgleichen soll auch der mobile Patient, durch entsprechende Hilfsmittel unterstützt, möglichst früh­zeitig Spital oder das Rehabilitationszentrum verlassen können und in seinen eigenen Lebens- und Wohnbereich zurückkehren können.

In beiden Fällen sollen diesem Personenkreis medizinisch-technische Hilfen verfügbar gemacht werden, die ein weitestgehend unabhängiges Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen. Diese Hilfen sind so zu gestalten, daß auch der Perso­nenkreis "people with special needs" Berücksichtigung findet.

Es ist uns gelungen für dieses Wokshop Experten zu gewinnen, die über "the state of the art and the future" informieren. Zukünftige wünschenswerte Forschungs- und Entwicklungsziele, auf dem interdisziplinären Gebiet der biomedizinischen Technik und der med. Informatik, werden durch die Arbeitsgruppen am Nachmittag ausgearbeitet werden.

Ein entsprechender Workshop-Schlussbericht "Weißbuch" wird an die betroffenen Stellen des Gesundheits- und Sozialwesens in Österreich (Politiker und Versiche­rungen) zur Information übermittelt.

Viel Erfolg beim Workshop wünscht

Willibald Kremser

 

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